Liebe Leserin, lieber Leser,

 

seinem Brief an die Gemeinde in Kolossä beginnt Paulus mit einem Gruß an die Mitglieder der Gemeinde. Er gibt seiner Freude Ausdruck, dass die Gemeinde wohlauf ist, gut zusammenhält und sich im Glauben an Christus geborgen weiß.

Danach kommt er direkt zur Sache und beschreibt, wer Christus für ihn ist. Er bekennt seinen Glauben an ihn. Er beginnt dabei mit den Worten unseres Monatsspruches:

Christus ist Bild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene der ganzen Schöpfung. Kol 1,15.

Das Wichtigste zuerst: Wer Christus ansieht, sieht Gott. Christus bringt uns als Mensch, als Jesus von Nazareth, vor Augen, was Gott für uns möchte. Er möchte, dass allen Menschen geholfen wird. An Jesus können wir Gottes große Liebe zu den Menschen ablesen. Die Bibel erzählt das in vielen Begegnungen Jesu mit den Menschen seiner Zeit. Er bringt die Liebe Gottes zu den Kranken, Schuldigen, Ausgegrenzten, Schwachen und Armen, ja zu jedem, der sich auf ihn einlässt. Er nimmt sie an und führt sie zurück ins Leben. Dabei spart er nicht an Barmherzigkeit und Gnade.

 

Seine Liebe, Barmherzigkeit und Gnade geht sogar so weit, dass er in Jesus von Nazareth Mensch wird. Und dann seinen Sohn dem Tod preisgibt aus Liebe zu uns Menschen. Zu uns Menschen, die wir so gerne fern von Gott für uns leben. Sein Tod überbrückt unsere Gottesferne und bringt uns wieder in seine Nähe.


Selbst da, wo der Tod regiert - auf Golgatha, in den Sterbezimmern und Coronastationen - hört seine Liebe zu seinen Menschen nicht auf. Seine Liebe ist stärker als der Tod. Das hat Gott am Ostermorgen gezeigt, als er Jesus neu ins Leben gerufen hat. Jesus Christus war der erste, den Gott vor aller Zeit ins Leben gerufen hat, noch bevor er diese Welt und uns geschaffen hat. Und so war er auch der Erste, den er erneut ins Leben holte - aus dem Tod heraus. So wird Gott auch uns, seine Geschöpfe, neu ins Leben rufen - hier in dieser Welt und erst recht in seiner Ewigkeit.

Wie können wir in diesem Jahr Ostern feiern?

Als Fest der Liebe Gottes zum Leben seines Sohnes und seiner Gemeinde. Brechen wir zu Ostern neu auf ins Leben in Liebe. Eine gesegnete Osterzeit
wünscht

Andreas Dietrich, Pfr.