Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat.

2.Kor 5,19 (E)

Liebe Leserin, lieber Leser!

 

Nun ist er da, der Spätsommer.

Noch ist nicht abzusehen, was wir bis dahin erlebt haben werden. Ich hoffe Sie hatten einen erholsamen Sommer. Und mögen die schönen Aufbrüche, Hochzeiten sind wieder in großem Kreise möglich, nicht zunichte gemacht werden.

So viel ist in Bewegung geraten. So viel ist unsicher. Auf Sicht fahren wurde noch vor wenigen Monaten belächelt. Doch wie schön wäre es heute, auf Sicht verlässlich planen zu können. Nur reicht die Sicht gerade einmal maximal vier Wochen. Früher haben wir ganz locker für ein ganzes Jahr und darüber hinaus geplant.

 

Mich beunruhigt diese Grundstimmung der Unsicherheit. Es ist ja nicht so, dass nicht auch andere Einflüsse aus China, den USA und im eigenen Land unser gewohntes Leben in Frage stellen. Und Herausforderungen durch Krankheit, Streit in der Familie, Zoff am Arbeitsplatz gab und gibt es schon genug.

 

Die Welt zeigt sich im Kleinen wie im Großen eher unversöhnlich. Wie von einem anderen Stern kommt da die Nachricht: Gott versöhnt die Welt mit sich. Gott hat reinen Tisch gemacht. Ein für allemal: Sie ist und bleibt seine Welt und er ist für sie, für uns da. Er steht an der Seite des Lebens und lässt sich durch nichts und niemanden davon abbringen. Schön für Gott
– nur was habe ich davon?


Die Antwort kann ich zum Beispiel beim Besuch einer Kirche finden. Ihre Türen stehen offen und diese laute, verwirrte Welt
- wir mit unseren Fragen, Ängsten und Sorgen sind eingeladen, in diesen Raum der Stille und des Friedens einzutreten. Ich werde spüren, wie gut es mir tut, los zu lassen und mich dem Frieden dieses Raumes zu überlassen und anzuvertrauen.

Das Versprechen der Kirchen ist: So wie du es hier erlebst, wird es Deinem ganzen Leben gut tun, dich Gott und seinem bedingungslosen Ja zu unserem Leben anzuvertrauen.


Diese Zusage schenkt Zuversicht über den Augenblick hinaus. Mit ihr im Rücken werden wir uns gestärkt dem Alltag zuwenden. Immer wissend: Gottes Türen stehen für mich und dich offen.


Martin Brandhorst