Was für ein Vertrauen?

2. Könige 18, 19b: So spricht der große König, der König der Assyrien: Was ist das für ein Vertrauen, das du hast?

Liebe Leserin, lieber Leser unseres Gemeindebriefs,

 

das Jahr geht zur Neige. Weihnachten wird gefeiert. Zugleich schauen wir in diesem Brief bereits in das Neue Jahr.

 

So wie ich das erlebe, verschwimmt in den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr der Wechsel vom Alten zum Neuen.
Für mich sind es die Zeiten zwischen den Jahren mit Rückblick und Ausblick.

 

Es ist der Ausblick auf das kommende Jahr, der mich zu dem obigen Bibeltext führt. Denn diese vier Worte „Was für ein Vertrauen“ bilden die Losung des 37. Deutschen Evangelischen Kirchentags 2019 in unserer Nachbarstadt Dortmund.

 

In dem Kapitel der Losung wird der König Israels Hiskia gefragt, auf wen er sich denn verlassen wolle. Der Feind vor den Toren der Stadt Jerusalem ist übermächtig. Der feindliche Heerführer Sanheribwendet sich an das Volk und appelliert an dessen Angst: „Lasst euch von Hiskia nicht verleiten, auf den HERRN zu vertrauen, wenn er sagt: Der HERR wird uns erretten,und diese Stadt wird nicht in die Hände des Königs von Assyrien gegeben werden.“

 

Trotz dieser Übermacht und trotz der eigenen Angst findet Hiskia zur Ruhe und Zuversicht. Dieser Ort der Zuversicht öffnet sich für Hiskia, indem er seine Hoffnung auf Gott setzt, Gott seine Zukunft anvertraut. Hiskias Name bedeutet übersetzt: Gott ist meine Stärke.

 

Für diese Stärke und dieses Vertrauen hat der mächtige Krieger vor den Toren der Stadt nichts als Spott und Hohn übrig. Doch im Jahre 701 vor Christi Geburt also vor 2700 Jahren zieht das feindliche Heer ab. Wie oft wurde seitdem unter Hinweis auf die Machtverhältnisse das Vertrauen in Gott belächelt. Doch das Vertrauen in Gott, die Hoffnung auf Gott geht
nicht unter. Die gute Nachricht, Gott rettet, führt im Gegenteil in vielen Ländern dieser Welt dazu, dass Menschen ihr Vertrauen bei Gott suchen. Und ihre Hoffnung, ihr Vertrauen, wird, so verspricht es ihnen Gott, nicht zuschanden werden.

 

Mit dem Wort Hoffnung fällt mir ein glücklicher Zufall in die Hände. Es ist ein Kalender zum Neuen Jahr. Am gleichen Tag lese ich in einem Artkel vom Aussterben der Sprachen. Der Sprachforscher Nikolaus Himmelmann macht darauf aufmerksam, dass von den weltweit etwa 7000 Sprachen momentan viele Sprachen verschwinden.
Jede Sprache ist ein Wissensspeicher.


Was Vertrauen und Hoffnung in unserer Welt bedeuten können, eröffnet uns die Bibel in zwei Sprachen. Das vermögen auch andere Sprachen. Und damit bin ich bei meinem Kalender für das Jahr 2019 und dem glücklichen Zufall. Denn für  jeden Monat des kommenden Jahres hält er eine Übersetzung für das Wort „hoffen“ bereit.
Januar: „In die Ferne schauen“, Manih, Südostasien
Februar: „Herz-Stärke“ Nahuatl in Mexiko
März: „Sich anlehnen“, Me´en in Äthiopien
April: „Die Hand auflegen und sie dort ruhen lassen“, Ost Karaboro, Burkina Faso
Mai: „Das Herz erwartet Gutes“, Westscherkessen, Nordkaukasus
Juni: „Warten und innerlich stark bleiben", Mixtepex, Mexiko

Juli: „Den Speichel schlucken“, Ciraamba, Burkina Faso
August: „Das Herz auf den Kopf setzen“, Keliko, Südsudan
September: „Sich selbst dazu bringen zu sehen“, Rangi, Tansania
Oktober: „Ausdauernd warten und an Gott festhalten“, Berik, Indonesien
November: „Die Leber auf etwas ausrichten“, Berom, Nigeria
Dezember: „Das Herz richtig gut festhalten“, Somrai, Tschad

 

Liebe Leser, sucht euch ein Wort aus, das euch anspricht. Ich habe eins für mich gefunden. Und mit ihm wünsche ich euch ein gesegnetes Weihnachten und dass ihr auch im Jahr 2019 auf Gott hofft, auf ihn vertraut, oder wie es die Somrai
sagen: auf ihn euer Herz richtig gut festhaltet.

 

Martin Brandhorst