„Es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tust.“ (5.Mose 30,14 )

Liebe Leserinnen und Leser,

 

Gott hat das Volk Israel aus der Knechtschaft in Ägypten geführt. Einen weiten Weg haben sie gemeinsam zurückgelegt. Und nun steht das Volk an der Schwelle zum verheißenen Land, in dem sie gut und von Gott gesegnet leben können sollen. Und bevor das Volk Israel dieses Land in Besitz nimmt, erinnert Gott noch einmal an den Bund, den er mit dem Volk geschlossen hat: Du sollst mein Volk sein und ich will dein Gott sein.


M.a.W.: Gott verspricht für sein Volk da zu sein mit seinem Beistand, seinem Schutz und seinem Segen.
Dafür soll das Volk allein ihm vertrauen, ihm folgen und nach seinen Geboten, die er ihm für das Leben in der Freiheit gegeben hat, leben.
Wer diesen Bund bricht, muss mit Strafe und Gottes Zorn rechnen.
Die weitere Geschichte des Volkes Israels zeigt, dass es oftmals diesen Bund verlassen hat und sich von Gott abgewendet hat. Das ist ihm immer wieder schlecht bekommen und sie spürten Gottes Zorn und seine Strafe.

 

Durch das Leiden und Sterben Jesu Christi hat Gott einen neuen Bund mit den Menschen geschlossen, mit allen Menschen - auch mit uns. Er hat seinen Sohn gesandt, um alle Schuld der Menschen, auch unsere Schuld, am Kreuz aus der Welt zu schaffen. Seitdem begegnet uns Gott nicht mehr mit Zorn– und Strafandrohung, sondern mit seiner Liebe. Gnade, Erbarmen und Vergebung sind Gott seitdem viel wichtiger als alles andere. Es ist ein Bund des Friedens und der Liebe, den er mit uns schließt. Er schenkt uns darin die Freiheit, nach seinen Geboten zu handeln. Denn seine Gebote beinhalten die Aufforderung, von der Liebe und der Vergebung, die Gott uns reichlich schenkt, zurückzugeben an Gott und unsere Mitmenschen.

 

Dabei können die 10 Gebote, die immer noch aktuell sind, wertvolle Hinweise geben: Wenn ich mich von Gottes Liebe geborgen weiß, brauche ich keine anderen Göter, sondern lebe im Vertrauen auf ihn.
Wenn ich von der Liebe die Gott mir schenkt, abgebe an Menschen um mich herum, dann werde ich niemanden töten oder auch nur verletzen, dann werde ich das Vertrauen meines Ehemannes / meiner Ehefrau nicht entäuschen, dann werde ich das Eigentum meines Gegenübers schützen usw.

 

Eigentlich wissen wir wie es geht, im Sinne Gottes zu leben. Tun wir es doch.

 

Die Passionszeit gibt uns Gelegenheit es zu üben - das Lieben.

 

Herzlich Ihr

Pfarrer Andreas Dietrich