[Wz] Wir feiern 500-Jahre-Reformation, seit einem Jahr. - Hm, was feiern wir da eigentlich?

luther2017 11

Ja, natürlich! Luthers Thesenanschlag in Wittenberg. Und Luther war ein ganzer Kerl, ein Vollblutchrist - mit eigenen Ideen und berechtigter Kritik an der Kirche seiner Zeit. Er formulierte seine Meinung freiweg, veröffentlichte sie, kämpfte für sie und verteidigte sie - vor den
höchsten Gremien der abendländischen Welt: Reichstag und Kaiser.
Und er setzte sie in unserem Lande durch - mit Hilfe anderer protestantischer Christenführer.

 

Aber war das eine Reform? Eine Reformation? War Luther ein Reformator?
Reform heißt Neugestaltung. Aber nach ihm blieb zunächst die alte Kirche zurück, so wie sie war. Daneben wurde eine neue Glaubensvariante gefunden - in der Organisation einer neuen, abgespaltenen Kirche, die – unter großem Einsatz aufge
baut wurde - und mit viel Blutvergießen.

 

 

Katholiken, Protestanten, Lutheraner (und auch die Menschen in den Ostkirchen), wir alle sind Christen, wir alle glauben an Gott, den Schöpfer, - an Jesus, Gottes Manifestaton in unserer Welt, - an den Heiligen Geist Gottes, der uns befähigt, in der Welt zu leben, Guttes und Böses zu unterscheiden und Böses zu bekämpfen - und zu hoffen auf ein neues Leben nach dem Tode. —
Über diese Gemeinsamkeiten hinaus gibt es noch unterschiedliche Ansichten über gewisse Glaubenssätze. Diese Unterschiede - mit Verlaub - sind nur schwer zu beschreiben, auch für
Theologen. Und sie sollten nicht für immer trennend sein.

 

Es gibt Ansätze zu einer Wiedervereinigung der Teil-Kirchen. Man sollte sie vertiefen. Einer Zeitungsmeldung zufolge (eine fake news??) gab es Gerüchte, unser jetziger Papst werde eine Teilnahme an der Reformationsfeier in Wittenberg nicht ablehnen. Ob News oder fake, ein fantastischer Gedanke. Jubelnd hätte ich am Straßenrand Fähnchen geschwenkt– und ein
heutiger Luther wahrscheinlich auch.