(von Jutta Karrasch)

Das Leben ist oft ganz schön kompliziert und anstrengend. Wir lernen jeden Tag dazu, erweitern unseren Horizont, akzeptieren, was uns gestern noch unmöglich schien.

Immer wieder prüfen wir: Ist das nur modischer Zeitgeist, eine Allüre, eine modische Attüde oder
sind wir einfach klüger geworden durch neue Forschungen und Erkenntnisse.
Wir hinterfragen, informieren uns, setzen uns mit Meinungen und Positionen auseinander und bilden uns dann eine eigene Meinung.

 

Da ist es verständlich, wenn wir manchmal seufzen:
Warum kann es nicht so bleiben, wie es ist und war?
Aber Leben ist Entwicklung, das Leben fordert uns immer wieder neu heraus, unsere Meinungen und Ansichten zu überdenken. Die „Ehe für alle“ ist eine solche Herausforderung.
Weder Triumphgefühl noch Bitterkeit sollten uns leiten, wenn wir darüber urteilen.

 

Die EKD hat ihren Standpunkt klar gemacht: „Die Ehe ist ein Zukunftsmodell. Sie bildet den rechtlichen Rahmen für ein Zusammenleben von zwei Menschen, das auf lebenslanger Treue beruht. Dass auch für gleichgeschlechtlich liebende Menschen, die den Wunsch nach einer
lebenslang verbindlichen Partnerschaft haben, der rechtliche Raum vollständig geöffnet wird, in dem Vertrauen, Verlässlichkeit und Verantwortung durch gesetzliche Regelungen geschützt und unterstützt werden, begrüßt die EKD. Die Bedeutung der Ehe zwischen Mann und Frau wird dadurch keineswegs geschmälert.“

 

Eine klare Haltung, klare Worte. Menschen zweiter Klasse waren gleichgeschlechtlich liebende Menschen lange genug. Da brauchen wir keinen Ehesegen zweiter Klasse für sie.


Ehe für alle, das sollte im kirchlichen Leben auch bedeuten: Trauung für alle, egal ob Mann und Frau, Mann und Mann oder Frau und Frau.