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Joseph Roth: Hiob

Eine Buchbesprechung von Gudrun Böker

Am 06.07.2017 traf sich wieder ein kleiner Leser-Kreis in der Gemeindebücherei zum Buchgespräch „Hiob“ von Joseph Roth. Roth, ein jüdischer Schrifsteller (1894—1939) verfasste diesen Roman Ende der 20-iger Jahre. Er erschien 1930.

 

Mendel Singer, die Hauptfigur, lebt in Ostgalizien und fristet in einem Dorf als Lehrer sein bescheidenes Dasein. Ihn, seine Frau und seine 4 Kinder trifft ein Schicksalsschlag auf den anderen. Der Roman beschreibt das gläubige Leben dieses einfachen Mannes und seine Art mit dem schweren Leben umzugehen. Gleich zu Beginn des Buches wird Mendel Singer gekennzeichnet als „fromm, gottesfürchtg und gewöhnlich, ein ganz alltäglicher Jude.“ Seine beiden älteren Söhne werden zum Kriegsdienst eingezogen, einem gelingt die Flucht nach Amerika, wo er sich eine Existenz aufbaut und die Familie nachholt. Nur der jüngste, behinderte Sohn muss zurück bleiben. Mendel Singer verliert in Amerika nach erneuten Schicksalsschlägen den Glauben an seinen Gott. Er sucht und findet einen Zusammenhang zwischen seinem Schicksal und eigener
Schuld.

 

Hiob dient im Koran als Ergebungsvorbild, im Mittelalter als Dulder, in der Aufklärung als Rebell und Herausforderer, in der Lyrik jüdischer Emigranten als Symbolfigur aller Entrechteten und Heimatlosen.

 

Am Ende „kehrt Singer heim in seinen Glauben, findet sein Kind, den Jüngsten, und findet Gott wieder. Er schläft ein und ruht aus von der Schwere des Glücks und der Größe der Wunder.“ Ein Roman in einer beeindruckenden Sprache.

 


Bilderbuchkino, Di 15.30 Uhr
10.10., 07.11.,12.12.
Eine Veranstaltung für Kinder ab 4 Jahren.


Bücherperlen
am 21.09.2017 um 19.30 Uhr.

 

Buchgespräch
am 30.11.2017 um 20 Uhr.
Wir sprechen über :
Peter Stamm : Agnes